19.05.2020

Markus Kraetschmer: "Wir werden mit Argusaugen beobachtet"

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In Deutschland läuft die Bundesliga schon wieder, in Österreich steht der Re-Start bald bevor. Vorstandsvorsitzender Markus Kraetschmer weiß, dass man mit dem umfangreichen Präventionskonzept alles getan hat, um das Risiko weitestgehend zu minimieren. Aber man schaut auf uns.

Herr Kraetschmer, hinter uns liegt eine Woche, in der unglaublich viel passierte, korrekt?
Das kann man so sagen. Zuerst gab es die neue Verordnung der Politik, die uns überhaupt erst das Mannschaftstraining und die Geisterspiele ermöglicht. Dann der bestätigte Spielplan und die ebenso wichtige Nachricht, dass alle Spieler und Betreuer der Kampfmannschaft und der Young Violets negativ auf Corona getestet wurden. Ganz wesentlich auch die Lizenz, die wir für die kommende Saison erhalten haben.

Apropos, war das heuer mit Corona noch schwieriger als sonst?
Das muss man in zwei Stufen sehen. Wir haben bereits vor dem Lockdown die Unterlagen eingereicht, waren aber auch schon damals sehr zuversichtlich, dass wir die Lizenz gleich bekommen. Corona hat aber plötzlich sehr viele Fragen aufgeworfen, wobei die Bundesliga da sehr rasch reagierte, da eine Beurteilung der finanziellen Leistungsfähigkeit aufgrund der außergewöhnlichen Umstände derzeit nicht möglich ist. Das wurde analog der Vorgehensweise der UEFA umgesetzt.

Ist es grundsätzlich verantwortbar, in Zeiten der Corona-Krise Fußball zu spielen?
Wir haben ein sehr gutes Konzept gemeinsam mit den Ministerien ausgearbeitet und testen wöchentlich alle durch. Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Erfahrungen und das in diesen Wochen gesammelte Wissen mit anderen Sportarten sinnvoll teilen und für sie adaptieren können. Unsere Spieler gehen sehr behutsam mit ihrer Verantwortung um und verhalten sich bislang wirklich vorbildlich. Sie tragen Maske, wenn sie kommen und verwenden die aufgestellten Desinfektionssprays im Stadion-Gelände. Ich behaupte, dass sie auch privat versuchen das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Kommen wir noch einmal auf den Aufreger rund um den LASK zurück. Ist das Aufsehen um ihr verfrühtes Mannschaftstraining berechtigt?
Ja, denn das war ein absoluter Nackenschlag und eine riesige Enttäuschung aus meiner Sicht. Wir haben in der Liga wochenlang sehr hart für eine Solidarität und ein Konzept gearbeitet. Die Vorgangsweise des LASK war es aber, die Regeln systematisch zu brechen. Somit erwarte ich mir auch, dass der Senat die ganze Sache ordentlich aufarbeitet und eine drakonische Strafe als deutliches Signal ausspricht.

Kann irgendetwas den Neustart der Meisterschaft noch ins Wackeln bringen?
Es gibt noch einige Meetings mit den Klubs, in denen Details geplant und besprochen werden müssen. Zum Beispiel den Torjubel wie man ihn in Deutschland bei Hertha BSC gesehen hat oder das Zutrittssystem mit den verschiedenen Farbkategorien. Je seriöser und besser wir mit allem umgehen, umso schneller werden wir in den Normalbetrieb zurückkehren. Geisterspiele sind jetzt eine notwendige Übergangslösung, aber dürfen keinesfalls zur Normalität in den kommenden Monaten werden.

Erst am Freitag war zu hören, dass es in der Kultur bald wieder Zuseher gibt. Wann folgen wir?
Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir wieder Fans in unsere Stadien bringen und ich denke, dass es wie in der Kultur auch bei uns die Chance gibt, vielleicht schon im Juli wieder mit Publikum zu spielen. Jedenfalls aber beim Anpfiff der neuen Saison. Wir haben jetzt eine Planbarkeit bekommen, werden weiter Vollgas geben.

In Deutschland läuft es schon wieder – wie waren Ihre Eindrücke?
Die Freude überwiegt, denn wir haben gesehen, dass alles ganz gut funktionieren kann, vielleicht beim einen oder anderen man noch nachschärfen muss. Aber wir werden diese Erkenntnisse bei uns einfließen lassen, wollen uns möglichst professionell zeigen. Je schneller wir das hinbekommen, desto schneller werden die Behörden weitere Schritte zulassen. Das ist wie in der Gastro und der Kultur. Wir werden sicher mit Argusaugen beobachtet, aber der Hunger der Menschen ist riesengroß nach Fußball und Normalität.

Abschließend: Auch alle anderen Austria-Teams beginnen diese Woche mit dem Training bzw. die Young Violets sogar wieder mit der Meisterschaft. Wie beurteilen Sie das?
Das ist natürlich großartig. Bei den Young Violets hat es ja gar nicht mehr danach ausgesehen, umso mehr freuen wir uns jetzt. Wahrscheinlich kommen aufgrund der kurzen Intervalle mehr Spieler bei der Kampfmannschaft zum Einsatz. Zugleich heißt das, dass es bei den Young Violets jetzt noch mehr Möglichkeiten für junge Spieler geben wird, um sich zu zeigen. Es freut uns aber auch, dass jetzt ebenso die Mädchen, Frauen, die Special Violets, der Nachwuchs, die Akademie, die Fußballcamps und die Fußballschule wieder das Training aufnehmen. Wir freuen uns alle darüber, denn die letzten Einheiten liegen tatsächlich Monate zurück.

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